Incoming dokumentiert eine frei improvisierte Begegnung des in Boston lebenden Gitarristen Jeff Platz mit dem in Köln lebenden kolumbianischen Tenorsaxophonisten Pacho Dávila und dem portugiesischen Schlagzeuger Vasco Furtado. Platz hat zuvor schon mit Dávila gespielt, doch dies ist ihre erste gemeinsame Aufnahme.
Das Album entstand nach „einem kurzen Gespräch und einem dringend benötigten Kaffee“ – ohne jegliche Absprachen über den musikalischen Ansatz. Nach dem Hören von Illusions And Lamentations ahnte er, was folgen würde: Im Mai 2025 spielten die drei in Köln zwei Stunden ohne Pause, bis sich alle „ein wenig erschöpft“ fühlten.
Das Ergebnis sind fünf „Extreme Measures“ – so auch der Titel eines der Stücke. Das Trio dringt unablässig in die extremsten Klanggebiete vor; die gelegentlichen verspielten, melodischen Gesten Dávilas werden von Platz und Furtado sofort in feurige, dissonante Stürme verwandelt. Man fragt sich, warum die drei nach einer derart wilden Session nur „ein wenig erschöpft“ waren. (Eyal Hareuveni)
Francisco „Pacho“ Dávila ist ein kolumbianischer Komponist und Saxophonist, bekannt für seinen experimentellen Ansatz, der die Avantgarde-Sprache des Free Jazz mit den rhythmischen und melodischen Traditionen der kolumbianischen Folklore verbindet. Er spielt hauptsächlich Tenor- und Sopransaxophon und leitet sein Hauptprojekt Canto Mestizo, das seit 2004 kollektive Improvisation in den Mittelpunkt stellt. International hat er u. a. mit dem deutschen Posaunisten Paul Hubweber und dem portugiesischen Schlagzeuger Vasco Furtado zusammengearbeitet. Seine Musik versteht er als „Sofortkompositionen“ – instinktiv, unberechenbar, labyrinthisch.
Vasco Furtado ist ein in Köln lebender portugiesischer Schlagzeuger und Improvisator. Er erhielt seine Ausbildung am Hot Clube de Portugal und der Lissaboner Musikhochschule, bevor er seinen Master an der Folkwang Universität der Künste in Essen abschloss. Seine musikalische Tätigkeit bewegt sich im Bereich des Free Jazz sowie der improvisierten und experimentellen Musik – als Sideman und Kollaborateur in Projekten wie dem José Lencastre Trio oder O’questrada, aber auch in Stummfilmvertonungen und internationalen Kollektiven. Er ist Gründer und aktives Mitglied des Labels Phonogram Unit.
Jeff Platz ist ein amerikanischer Avantgarde-Jazzgitarrist und Komponist, dessen Stil melodische Lyrik mit harten, experimentellen Klanglandschaften verbindet. In der Boston/New-York-Area beheimatet und regelmäßig auf europäischen Bühnen aktiv, tritt er auf internationalen Festivals auf, darunter New Yorks „What is Jazz“ und dem Münster Internationalen Jazz Festival. Sein Spiel verbindet die Energie seiner Punkrock-Wurzeln mit der Improvisationsfreiheit des Jazz. Er hat mit Avantgarde-Größen wie Daniel Carter sowie den Komponisten Christian Wolff und Raven Chacon zusammengearbeitet. Seine Diskografie umfasst zahlreiche Veröffentlichungen auf Labels wie Skycap Records und Evil Rabbit, darunter Alben wie Panoramic und Theory of Colors.
