Foto: Joe Kramer
Ende September (23.09.2026) war der Gesundheits- und Arbeitsminister des Landes NRW Franz-Josef Laumann zu Besuch im cuba. Auf Initiative des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) hatte das regionale Netzwerk der Beratungsstellen Arbeit (BSA) im Münsterland zu einem Austausch über aktuelle Themen geladen.
In diesem Netzwerk kooperieren die BSA der Kreise Warendorf, Steinfurt, Borken, Coesfeld und der Stadt Münster miteinander, mit dem Ziel, Beschäftigte in schwierigen und zum Teil prekären Arbeitsverhältnissen bestmöglich zu unterstützen.
Im Mittelpunkt des praxisorientierten Austauschs berichteten die beteiligten Einrichtungen aus ihrer täglichen Arbeit und schilderten konkrete Herausforderungen, mit denen Ratsuchende konfrontiert sind. Dabei wurde deutlich, dass Menschen in prekären, ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen häufig mit einer Vielzahl miteinander verbundener Schwierigkeiten umgehen müssen. Neben arbeitsrechtlichen Fragen spielen dabei insbesondere finanzielle Unsicherheit, fehlende soziale Absicherung sowie schwierige Wohn- und Lebenssituationen eine Rolle.
Besonders ausführlich wurden Fallbeispiele aus der Landwirtschaft sowie von Beschäftigten in der Gastronomie diskutiert. Die Praxisberichte verdeutlichten die unterschiedlichen Problemlagen und zeigten zugleich die Stresspunkte auf, denen sich Betroffenen ausgesetzt fühlen, wenn sie unrechtmäßig gekündigt werden, Arbeitslosengeld beanspruchen und dann von der Arbeitsagentur regelmäßig mit einer zwölfwöchigen Sperrzeit belegt werden. Wer dann noch parallel arbeitsgerichtlich gegen den ehemaligen Arbeitgeber vorgeht, um ausstehende Lohnansprüche durchzusetzen kommt schnell in eine Situation, die überfordert. Gilt es doch in dem bürokratischen Overkill die Übersicht zu behalten: Korrespondenz vom Gericht, der Gegenseite, Antrag auf Prozeßkostenhilfe (PKH) samt Nachweise, Antrag auf Grundsicherung beim Jobcenter weil die Arbeitsagentur mindestens für die Dauer der Sperrzeit nicht zahlt, und das Jobcenter braucht viele Wochen Bearbeitungszeit. Wer dann keine Rücklagen hat, muss sich Geld leihen und steht unter dem Zwang sich schnell eine neue Arbeit zu „besorgen“, in der Regel die nächste prekäre Beschäftigung bei einem ausbeuterischen Arbeitgeber.
Herr Minister Laumann nahm die Erfahrungen und Einschätzungen der beteiligten Beratungsstellen mit und versprach auf politischen Ebene seinen Einfluß geltend zu machen, um die Situation für den oben genannten Personenkreis zu verbessern.
An dieser Stelle eine grosses Dankeschön nach Düsseldorf ins Ministerium und an die Regionalagentur Münsterland für die Unterstützung vor und während der Veranstaltung.
